Wissenschaftlicher Beirat
Jannik Franzen

Dipl.-Psych., Universität Potsdam

Forschungen / Praxis aktuelle Projekte Publikationen

Forschungen Praxis

seit 2004 Dissertationsprojekt zu Transgender / Transsexualität in der Psychotherapie
2001 / 2002 Diplomarbeit "Zur psychologischen Diskussion um sogenannte Geschlechtsidentitätsstörungen im Kindes- und Jugendalter"
2000 - 2002 Mitbegründung und Mitarbeit in der HerausgeberInnengruppe der Anthologie "(K)ein Geschlecht oder viele? Transgender in politischer Perspektive" (polymorph, Berlin 2002)
seit 2000 Mitarbeit in der AG "polymorph - zur Kritik der zweigeschlechtlichen Ordnung"; Mitorganisation zahlreicher Veranstaltungen und Seminare zu Transgender-, Intersex- und Queer-Themen

Aktuelles Projekt

Promotionsprojekt:
„Verhandlungen von Körper - Geschlecht - Identität. Transgender und Transsexualität in der Psychotherapie“

Qualitativ-empirisches Forschungsprojekt, das schwerpunktmäßig Psychotherapie-Erfahrungen von transgender / transsexuellen Menschen zum Thema hat. Ihr Erleben und ihre Anliegen stehen im Vordergrund. ... mehr

Publikationen

2006

„Spielend ein richtiger Junge werden?

Zur Geschlechternormierung im medizinisch-
psychologischen Umgang mit sogenannten 'Geschlechtsidentitätsstörungen im Kindes- und Jugendalter' “, in: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport
(Hg.): „weiblich, männlich – menschlich?“ Dokumentation der Fachtagung Trans- und Intergeschlechtlichkeit am 18./19. November 2004, Reihe Dokumente lesbisch - schwuler Emanzipation 21, Berlin (in Druck)

2004

„Haben Sie sich als Kind für echte Autos interessiert?“

Zur Schwierigkeit des Umgangs mit geschlechtlicher Vielfalt und zur medizinisch-psychologischen Konstruktion von "Geschlechtsidentitätsstörungen“.
In: diskus 13 (2004), S. 27-32.

2002 Grenzgänge:
Judith Halberstam und C. Jacob Hale. Weibliche Maskulinität,
Transmänner und die Frage nach Bündnissen.
In: polymorph (Franzen, J., Klöppel, U. Schmidt, B., Schulte-Fischedick, V. Walther, M. & Woitschig, B.M., Hrsg.):
(K)ein Geschlecht oder viele?
Transgender in politischer Perspektive.
Berlin: Querverlag,
S. 69-92.

Gemeinschaftspublikationen

2005 Natürliche Zweigeschlechtlichkeit? Wie wissenschaftliche Wahrheiten produziert werden in: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport (Hg.):
„weiblich, männlich – menschlich?“
Dokumentation der Fachtagung Trans- und
Intergeschlechtlichkeit am 18./19. November 2004, Reihe Dokumente lesbisch-schwuler Emanzipation 21, Berlin (zusammen mit Ulrike Klöppel) (in Druck)
2002a (K)ein Geschlecht oder viele? Transgender in politischer Perspektive. Berlin:
Querverlag. (Hg. mit Klöppel, U. Schmidt, B., Schulte-Fischedick, V. Walther, M. & Woitschig, B.M.) (Rezension)
2002b Differente Bewegungen. Ein Gespräch über politische Aspekte von Transgender und anderen Bewegungen.
In: polymorph (Franzen, J., Klöppel, U. Schmidt, B., Schulte-
Fischedick, V. Walther, M. & Woitschig, B.M., Hrsg.): (K)ein Geschlecht oder viele? Transgender in politischer Perspektive. Berlin: Querverlag, 205-240. ( mit Nico J. Beger und Corinna Genschel)
2002c „Zwischen die Stühle gefallen“. Ein Gespräch über Queere Kritik und gelebte Geschlechterentwürfe.
In: polymorph (Franzen, J., Klöppel, U. Schmidt, B., Schulte-
Fischedick, V. Walther, M. & Woitschig, B.M., Hrsg.): (K)ein Geschlecht oder viele? Transgender in politischer Perspektive. Berlin: Querverlag, 53-68. (mit Nico J. Beger)

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Wissenschaftlicher Beirat
Jannik Franzen

Dipl.-Psych., Universität Potsdam

Verhandlungen von Körper – Geschlecht – Identität Transgender und Transsexualität in der Psychotherapie

Mein Dissertationsprojekt untersucht Verhandlungen von Körper, Geschlecht und Identität an einem bisher selten in den Vordergrund gerückten Ort: in der Psychotherapie. Und zwar in Situationen, in denen Menschen, die ihr Geschlecht wechseln (wollen) bzw. Geschlechtergrenzen überschreiten, psychotherapeutische Behandlung oder Begleitung in Anspruch nehmen. Dabei soll der Einfluss von Zweigeschlechtlichkeit als grundlegender sowie in der Regel unbenannter sozialer Ordnungsstruktur auf das Erleben und Handeln von KlientInnen und TherapeutInnen analysiert werden.

Der theoretische Teil der Arbeit widmet sich der Frage, welche Konzepte von Geschlechterrollen und Geschlechtsidentität den psychologischen Kategorien für Geschlechtsidentitätsstörungen/Transsexualität zugrunde liegen und von diesen (re-)produziert werden. Auch soll die Rolle der Psychotherapie in der institutionellen Transsexualitätsdiagnostik und –behandlung untersucht werden. Mein Projekt thematisiert die politischen Implikationen psychologischer Theorie und Praxis sowie notwendige Veränderungsprozesse im Umgang mit Transgender- bzw. transsexuellen Menschen.

Im empirischen Teil möchte ich untersuchen, wie sich die in der Psychotherapie aufeinandertreffenden Personen zu Diskursen von Transsexualität und Transgender ins Verhältnis setzen und wie im Spannungsfeld von medizinisch-psychologischer Behandlungspraxis und individueller Lebens- und Körperwirklichkeit die Erfahrungen der KlientInnen verhandelt werden. Gleichzeitig geht es um die Frage des Blickwinkels auf Transsexualitäts-/Transgender-Erfahrung im Kontext der Bearbeitung von problematischen und krisenhaften Lebensereignissen. Auch sollen Rollenkonflikte und Verunsicherungen auf Seiten der TherapeutInnen Gegenstand der Analyse sein.
Weiterhin möchte ich untersuchen, welche Bedürfnisse und Forderungen von transgender / transsexuellen Menschen in Bezug auf die therapeutische Situation und die psychosoziale Versorgung bestehen. Ihre Perspektive, zu der es bislang wenig Material gibt, bildet den Schwerpunkt meiner Arbeit.

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