Diagonale Streifen in Hellblau, Rosa und Weiß, den Farben der Trans-Flagge
Gezeichnete Hand hält eine Progress-Pride-Flagge im Wind
Infoportal für Geschlechtervielfalt

Transgender und Non-Binär, ehrlich erklärt

Hier findest du verständliche Antworten auf die Fragen, die man sich oft nicht zu stellen traut. Für trans und nicht-binäre Menschen, für alle, die gerade über sich nachdenken, und für Familie, Freundeskreis und Kolleg*innen, die einfach verstehen wollen.

Viele Farben, eine Community.
Trans-Pride-Flagge in Hellblau, Rosa und WeißNicht-binäre Flagge in Gelb, Weiß, Lila und SchwarzGenderfluid-Flagge in Rosa, Weiß, Lila, Schwarz und BlauAgender-Flagge in Schwarz, Grau, Weiß und HellgrünGenderqueer-Flagge in Lavendel, Weiß und DunkelgrünDemigirl-Flagge in Grau, Rosa und WeißDemiboy-Flagge in Grau, Hellblau und WeißInter-Flagge: gelber Grund mit lila KreisProgress-Pride-Flagge mit Regenbogen und Winkel in Schwarz, Braun, Hellblau, Rosa und Weiß
Transgender-Symbol: Kreis mit Pfeil, Kreuz und Strich in Hellblau und Rosa

Was bedeutet Transgender?

Transgender, kurz trans, heißt: Das Geschlecht, das dir bei der Geburt in die Papiere geschrieben wurde, passt nicht zu dem, wer du bist. Die Hebamme hat auf den Körper geschaut und „Junge“ oder „Mädchen“ gesagt. Für die meisten Menschen stimmt das. Für trans Menschen nicht.

Eine trans Frau ist eine Frau, die bei der Geburt als Junge eingeordnet wurde. Ein trans Mann ist ein Mann, bei dem es umgekehrt war. Und viele trans Menschen sind weder das eine noch das andere. Mit Mode, Verkleidung oder einer Laune hat das nichts zu tun. Wer trans ist, merkt das manchmal schon als Kind, manchmal erst mit dreißig oder fünfzig. Beides ist normal.

Was trans sein im Alltag bedeutet, wie eine Transition ablaufen kann und warum sich niemand dafür entscheidet, liest du im Artikel Transgender verständlich erklärt.

Symbol für nicht-binär: Figur mit Fragezeichen in Gelb, Weiß, Lila und Schwarz

Was bedeutet Non-Binär?

Non-binär oder nicht-binär beschreibt Menschen, die sich nicht oder nicht nur als Mann oder Frau erleben. Manche fühlen sich irgendwo dazwischen, manche als beides, manche als gar kein Geschlecht. Bei anderen wechselt es mit der Zeit.

Das klingt für viele erst einmal ungewohnt, weil wir mit zwei Schubladen groß geworden sind. Aber Menschen, die nicht in diese Schubladen passen, gab es in fast allen Kulturen und zu allen Zeiten. Neu ist vor allem, dass sie heute offener darüber sprechen und dass es Wörter dafür gibt: genderqueer, agender, genderfluid und einige mehr.

Seit November 2024 können nicht-binäre Menschen in Deutschland ihren Geschlechtseintrag auf „divers“ ändern oder ganz streichen lassen. Wie das geht und was im Alltag hilft, steht im Artikel Nicht-binär: Bedeutung und Alltag.

Sechs Themenbereiche

Wonach suchst du gerade?

Über hundert Artikel, sortiert nach dem, was dich gerade beschäftigt. Du kannst überall einsteigen, jeder Text erklärt die Begriffe, die er braucht.

Trans-Pride-Flagge in Hellblau, Rosa und Weiß in Nahaufnahme

Grundlagen: Geschlecht verstehen

Die wichtigsten Begriffe rund um Geschlecht, Identität und Ausdruck, verständlich erklärt und sinnvoll miteinander verknüpft.

19 Artikel
Menschen gehen als Silhouetten an einer hellen Betonwand entlang

Alltag, Familie und Beziehungen

Familie, Freundeskreis, Schule, Job, Liebe, Reisen und Sport: praktische Hilfe für trans und nicht-binäre Menschen und ihr Umfeld.

16 Artikel
Historische Bibliothek mit Büsten und hohen Bücherregalen

Geschichte, Kultur und Gesellschaft

Hirschfeld, Stonewall, Flaggen, Aktionstage und andere Kulturen: Hintergrundwissen zu Geschichte und Gegenwart von trans Menschen.

12 Artikel
Gut zu wissen

Vier Zahlen, die man kennen sollte

Trans und nicht-binäre Menschen sind kein neues Phänomen. Neu ist, dass Gesetze und Medizin sie inzwischen ernster nehmen. Ein paar Eckdaten zur Einordnung.

1919Magnus Hirschfeld gründet in Berlin das Institut für Sexualwissenschaft
2022Die WHO streicht trans sein aus der Liste psychischer Störungen
2024In Deutschland gilt das Selbstbestimmungsgesetz
4Mögliche Geschlechtseinträge: männlich, weiblich, divers, keine Angabe
Bunte Anstecker mit verschiedenen Geschlechtersymbolen auf einem Tisch
Über das Projekt

Warum es TGNB.de gibt

Gute Informationen zu Geschlechtervielfalt gibt es auf Deutsch durchaus. Nur sind sie oft verstreut, veraltet, in Fachsprache verpackt oder Teil einer hitzigen Debatte, in der es mehr um Meinungen als um Menschen geht. TGNB.de will das Gegenteil sein: ein ruhiger Ort, an dem du nachlesen kannst, was ein Begriff bedeutet, was das Gesetz wirklich sagt und was bei einer Hormontherapie passiert.

Inhaltlich arbeiten wir mit dem Partnerprojekt qweer.de zusammen.

Wenn du nur eine Sache mitnimmst, dann vielleicht diese: Du musst nichts sofort wissen. Fragen stellen ist erlaubt, Unsicherheit auch.

So funktioniert die Seite

Ein Infoportal, das erklärt und nicht überredet

TGNB.de ist ein Infoportal für alle Fragen rund um Transgender und Non-Binär, also um Menschen, deren Geschlecht nicht oder nicht ganz zu dem passt, was bei ihrer Geburt eingetragen wurde. Dazu gehören trans Frauen und trans Männer genauso wie nicht-binäre, agender oder genderfluide Menschen. Auch intergeschlechtliche Menschen kommen vor, weil ihre Themen sich oft mit denen von trans Personen überschneiden, auch wenn es um etwas anderes geht.

Wir wollen niemanden zu etwas bringen. Weder dazu, sich ein Label zu geben, noch dazu, eine Transition zu beginnen, noch dazu, eine bestimmte Meinung zu haben. Wir erklären, was ist, und sagen ehrlich, wo es Streit oder offene Fragen gibt.

Für wen die Texte geschrieben sind

Die meisten Menschen landen hier mit einer ganz konkreten Frage. Vielleicht denkst du gerade darüber nach, ob du selbst trans oder nicht-binär bist. Vielleicht hat sich dein Kind, deine Partnerin oder ein Kollege geoutet und du willst nichts falsch machen. Vielleicht bist du Lehrkraft, arbeitest in einer Praxis oder in der Personalabteilung. Oder du bist einfach neugierig. Für alle gilt: Die Texte setzen kein Vorwissen voraus.

  • Die Grundlagen erklären die wichtigsten Begriffe von Geschlechtsidentität bis Coming-out.
  • Unter Identitäten findest du über zwanzig Bezeichnungen mit ihrer Bedeutung, Flagge und Geschichte.
  • Im Bereich Recht geht es um das Selbstbestimmungsgesetz, Dokumente, Arbeit und Schule, auch für Österreich und die Schweiz.
  • Der Bereich Gesundheit erklärt Hormone, Operationen, Krankenkasse und psychische Gesundheit.
  • Im Alltag geht es um Familie, Liebe, Job und Reisen, zum Beispiel ums Coming-out bei den Eltern.
  • Unter Wissen stehen Geschichte, Gedenktage, Mythen und die Bedeutung der Pride-Flaggen.

Woher unsere Informationen kommen

Medizinische Inhalte orientieren sich an den deutschsprachigen Leitlinien der Fachgesellschaften, rechtliche Inhalte an den geltenden Gesetzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wo sich etwas ändert, passen wir die Texte an und schreiben dazu, wann sie zuletzt geprüft wurden. Trotzdem gilt: Ein Artikel im Internet ersetzt kein Gespräch mit Ärzt*innen, Therapeut*innen oder einer Beratungsstelle. Wir sagen dir in jedem Text, wo du diese Hilfe findest.

Wie wir schreiben

Wir schreiben „trans“ als Adjektiv, also trans Frau oder trans Person, so wie man auch große Frau oder junge Person sagt. Wir sprechen vom „zugewiesenen Geschlecht“, weil genau das bei der Geburt passiert: Jemand schaut hin und trägt etwas ein. Und wir nutzen gelegentlich das Sternchen, weil es hier um Menschen geht, die in keinem der beiden klassischen Wörter vorkommen würden. Wenn dir ein Begriff unklar ist, steht er in einem der Grundlagen-Artikel ausführlicher erklärt.

Wir duzen dich, weil sich das für ein Thema richtig anfühlt, das so persönlich ist. Und wir halten es kurz, wo es kurz geht, und ausführlich, wo es kompliziert wird. Unser Anspruch ist, dass du nach jedem Text ein bisschen klarer siehst, egal ob es um dich selbst geht oder um einen Menschen, der dir wichtig ist.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Kann ich hier eine persönliche Beratung bekommen?

Nein. TGNB.de ist ein reines Infoportal ohne Beratungsangebot und ohne Kontaktformular. Wenn du mit jemandem sprechen möchtest, sind Beratungsstellen, die TelefonSeelsorge oder bei jungen Menschen die Nummer gegen Kummer die richtige Adresse. Die Nummern stehen unten auf jeder Seite, kostenlos und auf Wunsch anonym.

Wer schreibt die Artikel auf TGNB.de?

Hinter TGNB.de steht ein privates Projekt, die Texte schreibt die Redaktion der Seite. Wir stützen uns auf Gesetze, medizinische Leitlinien und die Arbeit von Fachverbänden und Community-Organisationen. Persönliche Erfahrungsberichte erfinden wir nicht. Jeder Artikel zeigt, wann er zuletzt aktualisiert wurde, damit du einschätzen kannst, wie aktuell die Angaben sind.

Ist die Seite nur für trans und nicht-binäre Menschen gedacht?

Überhaupt nicht. Viele, die hier lesen, sind Eltern, Partner*innen, Freundinnen, Kollegen, Lehrkräfte oder Fachleute aus Medizin und Verwaltung. Gerade für Menschen, die mit dem Thema neu in Berührung kommen, erklären wir Begriffe von Grund auf, ohne dass man sich für eine Frage schämen muss.

Warum gibt es so viele verschiedene Begriffe?

Weil Menschen verschieden sind und Sprache versucht, das abzubilden. Die meisten Begriffe sind Werkzeuge, um sich selbst besser zu beschreiben und andere mit ähnlichen Erfahrungen zu finden. Niemand muss alle kennen, und niemand muss sich für ein Wort entscheiden. Im Zweifel hilft es, einfach nachzufragen, wie jemand angesprochen werden möchte.

Nicht allein

Du brauchst gerade jemanden zum Reden?

Wir bieten keine Beratung an. Es gibt aber Menschen, die genau dafür da sind, kostenlos und auf Wunsch anonym.